„Eine ganzheitliche Planung ist der beste Schutz“, sagt Reiner Sanders. Die Zahlen geben ihm Recht. Inzwischen scheitert bereits jeder zweite Einbruchsversuch an der Sicherheitstechnik.
Die Zahl der Einbrüche steigt wieder. In der im April 2024 vorgestellten Statistik erfasste die Polizei bundesweit 77.819 Wohnungseinbrüche für 2023. Darin enthalten sind sowohl vollendete als auch versuchte Einbrüche. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Zunahme um rund 18 Prozent. Sich zu schützen, liegt daher nahe. Zumal rund die Hälfte aller Einbruchsversuche in Deutschland an der verbesserten Sicherheitstechnik scheitert. Die Statistik dazu ist bereits aus dem Jahr 2017, gilt jedoch immer noch als aktuell.
Eine ganzheitliche Planung schützt am effektivsten vor Einbrüchen
Doch welche Sicherheitstechnik ist bei der Vielzahl an Möglichkeiten die effektivste und beste? Diese Fragen treibt viele Immobilienbesitzerinnen und Immobilienbesitzer um, egal ob gewerblich oder zu Wohnzwecken genutzt. Der erfahrene Fachplaner für Sicherheitstechnik Reiner Sanders rät zu einer ganzheitlichen Planung, die alle Gewerke von Brandschutz über Einbruchmeldetechnik bis hin zu Videosicherheit und Zutrittskontrolle von Anfang an konsequent mit einbezieht: „Bei einem guten Gesamtkonzept können die einzelnen Maßnahmen optimal aufeinander abgestimmt werden, damit keine Lücken entstehen.“
Gewerblich genutzte Gebäude: Unternehmen lassen sich leichter auskundschaften
Sanders weiß, dass ein effektiver Schutz gerade für gewerblich genutzte Gebäude schwieriger zu erreichen ist. „Der große Unterschied zwischen Firma und Wohnhaus ist: Firmen lassen sich leichter auskundschaften. Dieses Auskundschaften zu unterbinden, ist schwierig. Ich habe Kundenverkehr, meine Lieferanten oder auch Paketboten, die regelmäßig in der Firma sind.“ In manchen Fällen starte das Auskundschaften erst einmal mit einem Einbruch, bei dem es „nur“ zu Vandalismusschäden komme. „Dieser Vandalismus dient aber dazu, die Einbruchmeldeanlagen gezielt auszukundschaften oder außer Kraft zu setzen.“ In solchen Fällen sei höchste Vorsicht geboten.
Mechanische und elektronische Sicherung organisatorisch abstimmen
Besonders für Unternehmen komme es auf eine gute, abgestimmte mechanische, elektronische und organisatorische Gebäudesicherung an. Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht dies anschaulich: „Viele Betriebe haben eine gute mechanische und elektronische Sicherung. Freitags nachmittags werden alle Türen verschlossen und die Alarmanlage wie gewohnt scharf geschaltet. Wenn die Mitarbeiter nun ihre Büros verlassen und ihre Laptops auf den Schreibtischen stehen bleiben und sie ziehen die Lamellenvorhänge nicht zu, dann hat ein Einbrecher leichtes Spiel.“ Er sehe auf einem Blick, welche Scheibe er gezielt einschlagen müsse und sei mit den Laptops über alle Berge, bevor die durch die Einbruchmeldeanlage alarmierten Sicherheitskräfte vor Ort sein können. Eine besondere Bedeutung komme deshalb den mechanischen Sicherungen von Fenstern, Türen und Toren zu.
Elektronische Sicherungsanlagen ergänzen mechanischen Einbruchschutz
Ergänzt und kombiniert wird der mechanische Einbruchschutz durch elektronische Sicherungsanlagen. „Natürlich schützen solche Anlagen nicht nur bei einem Einbruch. Ich kann damit frühzeitig auch andere Schäden erkennen, wie zum Beispiel Witterungsschäden, und entsprechend handeln. Einfaches Beispiel: Wenn eine Scheibe bei einem Unwetter bricht, bietet mein Glasbruchmelder auch einen Zweitnutzen.“
Auch Videosicherheit Teil des Gesamtkonzeptes
Aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten im privaten, industriellen sowie öffentlichen Bereich und ihrer präventiven Wirkung ist das Interesse an professioneller Video-Technik groß. „Beim Einsatz der Technik ist es wichtig, dies DSGVO konform zu tun“, sagt Sanders. Die DSGVO fließt selbstverständlich in jedes Konzept mit ein und in jedem Konzept geht es um die Frage: „Was will ich erkennen, was will ich durch die Kameras wahrnehmen oder identifizieren. Ich plane mit ein, wie sich die Kameras überkreuzen, um sich gegenseitig vor Manipulationen zu schützen.“
Auf einige Einbrecher wirkt bereits die Platzierung der Videotechnik abschreckend. Andere scheitern am mechanischen Einbruchschutz an Fenstern und Türen, können sensible Bereiche durch die elektronische Sicherung nicht betreten oder werden durch die Alarmierung der Sicherheitskräfte vertrieben. Alles in allem lohnt es sich die einzelnen technischen Möglichkeiten in einem gut durchdachten Gesamtkonzept miteinander zu verbinden. Wie dies am besten beim jeweiligen Gebäude möglich ist, dazu berät Fachplaner Reiner Sanders.
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